Mit einem Ventil kann die Durchflussmenge in einer Rohrleitung (zum Beispiel das Absperrventil am Heizkreislauf) präzise dosiert werden oder ein sicherer Abschluss gegen die Umgebung (zum Beispiel das Fahrrad-Ventil) gebildet werden.

Durch einen bestimmten Strömungswiderstand sind Ventile für einige Anwendungen nicht geeignet.
Das Ventil sollte im Normalfall dicht halten, durch Korrosion oder steigenden Druck ist es schwierig, dies immer gesichert umzusetzen.

Bei Fahrzeugen, die über einen Viertakt-Ottomotor verfügen, dient das Ventil in der Ventilsteuerung dazu, den Gasfluss zu steuern.

Auch wenn das Ventil oftmals unterschätzt, weil einfach übersehen wird, so findet es doch vielfältige Anwendungen in der Industrie, insbesondere in allen Einsatzbereichen der Pneumatik.

Auch die Beatmungsgeräte in der Medizin oder die Dialysepumpen funktionieren nicht ohne Ventil.

Das Ventil findet sich in der chemischen Industire, der Lebensmittelindustrie und in vielen anderen Gebieten wieder.

Selbst in der Natur kommt das Ventil vor, zum Beispiel in Fomr der sogenannten Herzklappen, die im Grunde ein Ventil sind.

Dass das Ventil im Umgang eher weniger bekannt ist, liegt höchstwahrscheinlich auch daran, dass in der Umgangssprache oftmals andere Ausdrücke für Ventile benutzt werden, zum Beispiel der Hahn, der Schieber oder die Klappe.

Eines haben diese Ausdrücke aber alle gemeinsam, Ihren Ursprung im Ventil.

Ventilarten

Auch wenn das Ventil eigentlich immer die gleiche Funktion hat, so erfordern unterschiedliche Ansprüche und Apparaturen auch verschiedene Ventilarten.

Welches Ventil wofür verwendet wird, möchte ich im folgenden näher beleuchten.

Jedes Ventil auf seine Art

Welches Ventil wird wofür eingesetzt?

  1. Fahrrad-Ventil
    1. Dunlop-Ventil
    2. Sclaverand-Ventil
    3. Schrader-Ventil
    4. Ventiladapter

    Steuerventil
    Ventilinsel
    Rückschlagventil
    Abblaseventil
    Überdruckventil
    Sicherheitsventil
    Membranventil
    Absperrventil
    Regelventil
    Füllventil
    Probenahmeventil
    Wasserhahn
    Nadelventil
    Wippenventil
    Wechselventil
    Drosselventil
    Drosselrückschlagventil
    Verzögerungsventil
    Schnellentlüftungsventil
    Druckbegrenzungsventil
    Druckminderventil
    Druckregelventil

Fahrrad-Ventil

Das Fahrrad-Ventil ist ein sogenanntes Rückschlagventil, das dazu dient, den Fahrradreifen mit Druckluft zu füllen. Grundsätzlich wird das Fahrrad-Ventil in drei Grundtypen unterteilt:

Blitz-Ventil

Das wohl bekannteste Fahrrad-Ventil ist das Dunlop-Ventil, das umgangssprachlich auch Alligator, Blitz-Ventil oder deutsches Ventil genannt wird.

Beim Dunlop-Ventil wird das Rückschlagventil durch stärkeren Gegendruck der Ventil-Pumpe überwunden. Die ersten Dunlop-Ventile nutzten einen Gummischlauch als Rückschlagventil, wodurch das Aufpumpen kräftezehrend war.

Dies wurde durch das Aufkommen vom Blitz-Ventil beendet, hierbei wurde der Gummischlauch durch ein Rückschlagventil ersetzt und das Aufpumpen der Reifen erforderte deutlich weniger Kraft.

Dunlop-Ventil steht heute ausschließlich für Blitz-Ventil, da die ursprüngliche Form praktisch vom Markt verschwunden ist.

Typisch beim Dunlop-Ventil ist, dass es in ein Gewinde am Schlauch geschraubt ist, dadurch läßt es sich leicht austauschen, aber auch ohne Probleme stehlen (Radfahrer werden dies vielleicht kennen).

Da das Ventil nur durch den Gegendruck der Ventil-Pumpe nur nach innen geöffnet wird, ist ein Messen des Luftdrucks im Schlauch nicht möglich.

Sclaverand-Ventil

Das Sclaverand-Ventil wird auch als Rennventil, Rennschlauchventil oder französisches Ventil bezeichnet.

Ursprünglich wurde es ausschließlich bei Rennrädern eingesetzt, mittlerweile findet es als Ventil seinen Einsatz auch bei leichten Touren- oder Mountainbike-Schäuchen.

Um das Sclaverand-Ventil zu befüllen, muss eine kleine Mutter vom Ventilschaft gelöst werden. Wird das Dunlop-Ventil/Blitz-Ventil durch den Gegendruck der Pumpe geöffnet, so öffnet sich das Sclaverand-Ventil mechanisch durch Aufsetzen der Ventil-Pumpe (Reifen-Pumpe), wodurch es ohne weiteres möglich ist, den Luftdruck im Reifen zu messen.

Allerdings geht beim Aufsetzen und Abziehen der Ventil-Pumpe auch immer ein wenig Luft verloren, sodass man sich dabei recht beeilen sollte.

Nach dem Aufpumpen wird die kleine Mutter am Ventil-Schaft wieder zugedreht und das empfindliche Ventil muss mit der Ventilschutzkappe versehen werden.

Mit normalen Hand-Ventil-Pumpen, und auch an einigen Tankstellen, lassen sich die Rennräder nicht ausreichend aufpumpen, hierfür gibt es Fuß- und spezielle Renn-Ventil-Pumpen, die auf die benötigten Drücke von über 8 Bar ausgelegt sind.

Schrader-Ventil

Umgangssprachlich auch Autoventil.
Das Schrader-Ventil findet sich meistens bei Mountain-Bikes.

Das Ventil öffnet sich zum Luftdurchfluss mechanisch durch das Betätigen des im Ventil liegenden Lüfterstiftes, dadurch läßt sich auch der Luftdruck im Schlauch messen.

Beim Umlegen des Klemmhebels der Ventil-Pumpe wird im Pumpenkopf ein kleiner Bolzen herausgeschoben, der den Lüfterstift eindrückt und das ventil öffnet.

Wichtig beim Benutzen der Ventil-Pumpe ist, dass diese so weit wie möglich auf das Ventil gesteckt wird, um sicher zu gehen, dass der Lüftersttift eingedrückt wird.

Der große Vorteil vom Schrader-Ventil ist, dass sich die Reifen an jeder Tankstelle aufpumpen lassen, ohne dass Adapter benötigt werden.

Ventiladapter

Da Ventil-Pumpen nicht ohne weiteres für alle Ventile benutzt werden können, gibt es Adapter, für folgende Kombinationen:

Sclaverand-Ventil auf Dunlop-Ventil
Sclaverand-Ventil/Dunlop-Ventil auf Schrader-Ventil
Schrader-Ventil auf Dunlop-Ventil

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